Mittelspecht

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Mittelspecht

Mittelspecht

Mittelspecht
Der Mittelspecht ist eher selten. Er liebt Eichenwälder und Buchenwälder, besonders Bäume der Art Hainbuchen. Die Federn sind schwarz-weiß, am Kopf sehr auffallend dunkelrot. Ähnlich dem Buntspecht, aber ein Stück kleiner. Kopf bei beiden Geschlechtern mit großem rotem Scheitel. Bauch und Unterschwanzdecken mit leichter Rotfärbung. Brutbestand in Deutschland 27.000 bis 48.000 Paare, fehlt weitgehend im äußersten Nordwesten und in Schleswig-Holstein. Gebunden an alte Laubwälder, bevorzugt Eichen. Vorkommen auch in Parks und Friedhöfen. Besucht Futterstellen.
Gefährdungen:
•Lebensraumverlust durch kurze Umtriebszeiten, Entnahme von Alteichen;
•Zerstörung oder Trockenfallen von Hartholzauen;
•Verdrängung der Eiche durch die Buche;
•„Verinseln“ geeigneter Waldgebiete;
•Beseitigung von Streuobstwiesen oder Verluste alter Obstbestände.

Damit der Mittelspecht als Brutvogel langfristig überlebt und wieder
häufiger wird, braucht es ein koordiniertes Vorgehen. Zentrale Massnahmen sind die Erhaltung der Alteichenbestände und eichenreicher Laubwälder, das
Ausdehnen der Eichenbestände durch Förderung der Eichenverjüngung und die Pflege
dieser Waldbestände. Ferner soll durch eine langfristig ausgelegte forstliche Planung
die Vernetzung der Mittelspechthabitate sichergestellt und die Wiederbesiedlung
ehemaliger Standorte bzw. potenziell geeigneter Standorte gefördert werden.
Aktuelle Situation
Der Mittelspecht ist in der Laubwaldzone westlich des Urals verbreitet. In Mitteleuropa
liegt der Verbreitungsschwerpunkt unterhalb 600 m ü.M., insbesondere in Ungarn, der
Slowakei, Tschechien, Kroatien, Russland, Deutschland, Frankreich und Polen. Die
weltweite Gesamtpopulation wird auf 60.000–155.000 Paare geschätzt (Pasinelli
2003).

Habitatverlust
Habitatverlust ist die grösste Gefährdung, und zwar als Folge eines Rückgangs der
Eichenfläche und -dichte durch Überführung eichenreicher Wälder in Mischbestände
von Nadel- und Laubholz und der Umwandlung von Eichen-Mittelwäldern in eichenarme Hochwälder.
Die forstliche Nutzung der alten Eichen-Überständer führt zu drastischen Bestandsabnahmen bei dieser Spechtart.

Wegen mangelnder Eichenwaldverjüngung in den letzten Jahrzehnten fehlen «Nachfolgeflächen», denn junge Eichenwälder brauchen mehrere Jahrzehnte, bis sie zu
geeigneten Habitaten für den Mittelspecht werden (mindestens 60–100 Jahre je nach
Bodenfruchtbarkeit, z. B. Ferry & Frochot 1970). Bereits kleinflächige Räumungen und
Sturmschäden (< 1 ha) können zu Dichteabnahmen führen, insbesondere in Gebieten
geringerer Habitatqualität (Bühlmann & Pasinelli 1996). In manchen, vormals oft als
Mittelwald bewirtschafteten Gebieten bedrängen aufwachsende Bäume des Nebenbestands die Kronen der Eichenüberhälter (Müller 1982; Bühlmann et al. 2003), wodurch
diese für nahrungssuchende Mittelspechte weniger attraktiv werden (Pasinelli & Hegelbach 1997)
Innerhalb eines Waldes sind die Dichten alter Eichen und potenzieller Höhlenbäume
von zentraler Bedeutung. Ein höheres Angebot beider Ressourcen führt zu kleineren
Streifgebieten und damit zu einer höheren Bestandsdichte (Pasinelli 2000). Grosse und
alte Eichen werden für den Nahrungserwerb benötigt (s. Kap. 2.2.2 und Anhang A1-2).
Potenzielle Höhlenbäume zur Anlage neuer Nisthöhlen weisen oft einen oder mehrere
Fruchtkörper holzabbauender Baumpilze, alte Höhlen, Astlöcher oder andere ‹Verletzungen› der Borke auf, welche auf morsche Baumteile hindeuten (Dubreuil et al. 1998;
Pasinelli 2007). Für die Höhlenbäume ist die Artzugehörigkeit sekundär. Die Flächenansprüche pro Brutpaar liegen, in Abhängigkeit der Habitatqualität, normalerweise
zwischen 5–10 ha, selten bei bis zu 25 ha (Pasinelli 2003)
Nahrung und Fortpflanzung
Der Mittelspecht ist ganzjährig auf tierische Nahrung angewiesen. Hauptbeutetiere sind
Spinnen, Tagfalterraupen, Käfer (Larven, Adulttiere) und Hautflügler, v.a. Ameisen
und ihre Larven. Seine Nahrung findet der Mittelspecht hauptsächlich durch Absuchen
und Stochern in Ritzen von grobborkigen Laubbäumen, insbesondere von Eichen.
Deshalb ist er eng an Eichenwälder gebunden.
Seine Bruthöhle zimmert der Mittelspecht jährlich neu in abgestorbene oder lebende
Laubbäume von mindestens 20 cm Brusthöhen-Durchmesser (BHD) (Pasinelli 2007).
Die Höhlen befinden sich normalerweise in Höhen von 5–15 m in morschen/toten
Baumteilen, sehr oft in der Nähe von Baumpilzen. Vorbereitungen zur Brut beginnen
im Februar (Balz, Verpaarung, Höhlenbau), die Eiablage erfolgt Ende April/Anfang
Mai, die Jungen fliegen Ende Mai/Anfang Juni aus und werden anschliessend noch
rund 17 Tage von den Eltern ausserhalb der Bruthöhle versorgt. Es wird nur eine
Jahresbrut gezeitigt, Ersatzbruten nach Verlust einer Brut sind selten. Im Winterhalbjahr werden keine Reviere verteidigt, die Altvögel leben aber in einem erweiterten
Streifgebiet im Bereich des Brutreviers (Pasinelli et al. 2001).
Optimale Lebensräume des Mittelspechts zeichnen sich dadurch aus, dass sie mindestens 26 Eichen pro ha mit einem
BHD von über 50 cm aufweisen (Bühlmann & Pasinelli 1996). Dies entspricht einem
Eichenvolumen von ungefähr 110–150 m³/ha. Bei geringeren Eichenvolumina werden
die Reviere entsprechend grösser.

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