3 Seeadler 2019 auf dem Schmalensee

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3 Seeadler 2019 auf dem Schmalensee

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Der Seeadler
Der Seeadler (Haliaeetus albicilla) ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Seeadler bewohnen gewässerreiche Landschaften Eurasiens von Grönland bis zum Pazifik. Sie ernähren sich überwiegend von Fischen, Wasservögeln und Aas. Die Art wurde in Mittel- und Westeuropa durch menschliche Verfolgung und die Vergiftung durch das Insektizid DDT fast ausgerottet. Seit Mitte der 1980er Jahre nimmt der Bestand in weiten Teilen Europas jedoch wieder stark zu.

Im Rahmen der allgemein praktizierten Verfolgung aller Greifvögel etwa ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurden auch Seeadler in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes intensiv verfolgt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren sie in ganz Westeuropa ausgerottet, die westlichsten Vorkommen gab es in Mitteleuropa zu dieser Zeit in den heutigen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Auch die Vorkommen in Skandinavien und Finnland waren bis auf kleine Reste verschwunden. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts gab es erste Schutzbemühungen, die in den 20er Jahren vor allem durch ein Buch von Bengt Berg, „Die letzten Adler“, in ganz Europa erheblich verstärkt wurden. Die Bestände zeigten durch die Jagdverschonung deutliche Zuwächse. In dieser Zeit wurde unter anderem Schleswig-Holstein (1947) und Dänemark (1952) wieder besiedelt.
In den 50er und 60er Jahren kam es jedoch wieder zu einer rapiden Abnahme der Bestände, da die Vögel kaum noch Nachwuchs bekamen. Dies lag an den Folgen der Verwendung von DDT. Das nach 1945 weltweit häufig eingesetzte Insektizid DDT bzw. dessen Metabolit DDE reicherte sich über die Nahrungskette besonders in aquatischen Lebensräumen stark an und führte beim Seeadler und anderen Greifvögeln zu sehr dünnen Eierschalen. Die Eier zerbrachen während der Brut oder starben ab. Mit dem Verbot von DDT ab Anfang der 70er Jahre erholten sich die Bestände wieder, seit 1990 zeigen viele Populationen, darunter auch die deutsche, ein sehr starkes Wachstum und eine deutliche Ausbreitungstendenz. So stieg die Zahl der Brutpaare in Deutschland von 185 im Jahr 1990 auf 470 im Jahr 2004, 2007 wurden 575 Brutpaare in Deutschland gezählt. Ähnliche Entwicklungen fanden in Polen, Finnland und Schweden statt. Wieder besiedelt wurden unter anderem Tschechien (1984), Niedersachsen (1987), Dänemark (1995), Österreich (2001), Bayern (2006) und die Niederlande (2006). Bestandsschätzungen gehen derzeit weltweit von bis zu 12.000 Brutpaaren aus.
Genetische Studien haben gezeigt, dass der lokale Schutz von Seeadlern ein großer Erfolg für den Naturschutz war. Verbot der DDT-Nutzung, lokaler Nestplatzschutz, Winterfütterung und die unzähligen weiteren Schutzmaßnahmen in vielen Ländern führten insgesamt dazu, dass sich die Seeadlerbestände regional erholten. Dies führte dazu, dass trotz der massiven Bestandsrückgänge während des 19. und 20. Jahrhunderts viel genetische Variation erhalten blieb. Diese Tatsache sehen Naturschutzbiologen als wichtigen Faktor für das langfristige Überleben der Art an.
Die IUCN hat den Seeadler bis 1993 als „gefährdet“ geführt, 1994 wurde die Art wegen der Bestandszunahmen auf „gering gefährdet“ und 2005 auf „nicht gefährdet“ heruntergestuft. In einigen Bundesländern ist der Seeadler seit 2015 allerdings als "stark gefährdet" eingestuft worden.
Eine erste in 9 Ländern koordinierte Zählung durch 300 Menschen entlang der gesamten Donau am Sonntag, 12. Januar 2014, ergab, dass 3000 Fluss-Kilometer winters von 750 Exemplaren dieser Art bevölkert werden. Auf etwa 400 km Fließstrecke in (oder an) Österreich wurden 35 Stück seines Wappenvogels gezählt, der hier seit 1946 nach gezielter Verfolgung als ausgestorben galt, doch nach Schutzmaßnahmen seit 2001 hier wieder brütet.

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