Urs Widmer: Top Dogs (1996) Zum ersten Theaterstück von Urs Widmer, “Die lange Nacht der Detektive” schreibt der Theaterkritiker Peter Iden :”Das Stück besteht, seinen Grundeinfall abgezogen, nur aus Fehlern und Ungeschicklichkeiten:” Widmer scheute sich nie, seine Zeitkritik
in Formen des klassischen Schwanks zu kleiden.Er orientierte sich dabei sowohl an Beckett wie auch an Dürrenmatt. In “Der Sprung in der Schüssel” (1990) parodierte er Fernsehserien der Zeit. Im Stück “Sommernachtswut”
(1993) versuchte Widmer sich in einer “postmodernen Bastelei”, so Martin Halter auf S. 35 im Widmer-Band von Text und Kritik.In dieser Version von Arno Schmidts Zettels Traum wird eine Kasperle-Puppe vom Autor bedient, der wiederum eine Kasperle-Puppe ist, bis schließlich ein radikal entblößtes Ich sichtbar wird. Es gibt keine Charaktere mehr, die von Widmer beschrieben werden, sondern nur noch Rollen und Formeln. Ödipus oder Odysseus werden ebenso zitiert wie Gogols “Revisor” oder Kleists “Zerbrochener Krug”. Die Kunstfiguren reden aneinander vorbei über Smog und Jogger, Politiker und Fernsehstars.
Waren Widmers Stücke der 80er Jahre noch von düsteren Szenarien der Apokalypse bestimmt, entfaltet er in den 90er Jahren Traumspiele, die er mit journalistischen Recherchen unterfüttert. Widmer bewundert an Hochhuth seinen
Mut, kritisiert aber dessen humorlose Besserwisserei. “Top Dogs” ist der Fallhöhe der Protagonisten wegen mit den Shakespeareschen Königsdramen zu vergleichen. Das Stück beginnt mit der Kränkung eines Managers, der in der
Situation der Arbeitslosigkeit mit Machtverlust umgehen muss. Mit Schülern kann man sich in der Weise dem Stück nähern, indem man sie schweigend ein Bild zum Thema Umgang mit Kränkung zeichnen lassen kann. Nach der Besprechung
schaut man sich die Anfangssequenz des Stückes an und spricht z.B. über inhaltlichen und über die kommunikativen Aspekte des Umgangs mit Kränkung. Die inhaltlichen Aspekte könnten sein:
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