zur Nasa-Übung

        Die Struktur des Faches “Kommunikation” in der  Berufsschule (Die Handlungslernfelder) in Schleswig-Holstein

Sender

Möglichkeiten der Selbstmitteilung

        Verbale Kommunikation                    Nonververbale Kommunikation

Mündliche  und schriftliche Kommunikation

Schriftlichkeit         Mündlichkeit             Akustik       Mimik       Gestik                            

Wahrnehmung und Reaktion

Die beruflichen Handlungskompetenzen

Fach-, Sozial-, Methoden- und Selbstkompetenzen

Informations management

+

Teamarbeit

+

Präsentation

Das kommunikative Verhalten der Mitarbeiter  ist  ein Fenster , durch das der Kunde in den Betrieb schaut!

+

Medienbezogene Kommunikation

Was erfahre ich ? (“Empfänger”)  Was erfährt der Kunde vom Mitarbeiter / von der Mitarbeiterin? Welche kommunikativen Fähigkeiten benötigt man in folgenden Berufen? Tragen Sie bitte Ihre Erfahrungen ein? Über welche Fehler haben Sie sich geärgert?

Beruf

Welche kommunikativen Fähigkeiten benötigt die Mitarbeiterin / der Mitarbeiter ?

Über welche kommunikativen Verhaltensweisen von Mitarbeitern haben Sie sich aus Kundensicht geärgert ?

Friseur/in

   

Einzelhändler /in

   

Handwerker/ in

   

Bankkauf- frau/-mann

   

Automobil- kauffrau/ -mann

   

Welche kommunika- tiven Fähigkeiten benötigen Sie in Ihrem Beruf ?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schriftlich:

 

 

Mündlich:

 

 

Umgang mit Informationen:

 

Teamarbeit:

 

Präsentation:

 

 

Umgang mit Medien:

 

 

 

 Erste Übung: Die Kommunikation verbessern

Das NASA-Spiel : Die Notlandung auf dem Mond

Ihre Überlebenschance hängt davon ab, ob Sie in diesem Spiel die richtigen Ausrüstungsgegenstände für eine Mondexpedition auswählen können. Ihr Weltraumschiff hat auf dem Weg zum Mond gerade ein Bruchlandung erlitten. Eigentlich sollten Sie Ihr Mutterschiff treffen, das sich 200 Meilen entfernt auf der hellen (der Sonne zugewandten) Seite des Mondes befindet. Die Bruchlandung hat Ihr Raumschiff völlig zerstört. Die Überlebenschance für Ihre Mannschaft aus 5 Austronauten hängt davon ab, ob Sie das Mutterschiff erreichen. Von Ihrer Ausrüstung sind nur 15 Gegenstände unzerstört geblieben. Sie müssen jetzt die Ausrüstungsgegenstände auswählen, die für die Überwindung der 200 Meilen bis zum Standort Ihres Mutterschiffes am wichtigsten sind. Zeit: ca. 15 Min. Ablauf:

Zunächst muss jeder eine Einzelentscheidung treffen (Ziffer 1 für die allerwichtigste Position usw.)

Nachdem Sie Ihre persönliche Rangfolge festgelegt haben, soll die Gruppe einstimmig eine Rangfolge festlegen. Folgende Regeln gelten: Argumentieren Sie streng logisch Stimmen Sie einer Reihenfolge nur zu, wenn Sie von der Richtigkeit überzeugt sind! Vermeiden Sie Abstimmungen!

Gegenstand

Einzel

Gruppe

Lösung

Streichhölzer

     

Lebensmittelkonzentrat

     

Fünfzig Fuß Nylonseil

     

Fallschirmseide

     

Kocher

     

Zwei 0,45 Kal. Pistolen

     

Trockenmilch

     

Zwei 100-Pfund-Tanks Sauerstoff

     

Stellar-Atlas (Mondkonstellation)

     

Sich selbst aufblasendes Lebensrettungsfloß

     

Magnetkompass

     

Fünf Gallonen Wasser

     

Signalleuchtkugeln

     

Erste-Hilfe-Koffer mit Injektionsnadeln

     

Mit Sonnenenergie angetriebener UKW-Sender/-Empfänger

     

Ergebnisse:

     

Die Auswertung: Vergleich der persönlichen Lösung mit der Gruppenlösung

Gegenstand

Nasa- Lö- sung

Einzel

Abw. Ein- zel

Grup- pe

Abw. Grup pe

Fehler -punkte

Streichhölzer

15

         

Lebensmittelkonzentrat

4

         

Fünfzig Fuß Nylonseil

6

         

Fallschirmseide

8

         

Kocher

13

         

Zwei 0,45 Kal. Pistolen

11

         

Trockenmilch

12

         

Zwei 100-Pfund-Tanks Sauerstoff

1

         

Stellar-Atlas (Mondkonstellation)

3

         

Sich selbst aufblasendes Lebensrettungsfloß

9

         

Magnetkompass

14

         

Fünf Gallonen Wasser

2

         

Signalleuchtkugeln

10

         

Erste-Hilfe-Koffer mit Injektionsnadeln

7

         

Mit Sonnenenergie angetriebener UKW-Sender/-Empfänger

5

         

Ergebnisse:

           

        Auswertungsfragen:

  • Wie sind Sie in Ihrer Gruppe bei der Lösungsfindung vorgegangen?
  • Wie haben Sie die Diskussion in der Gruppe erlebt? (von positiv bis schwierig)
  • Ist es Ihnen gelungen, zu einem echten Ergebnis zu gelangen ?
  • Waren die Gruppenmitglieder gleichberechtigt beteiligt ?
      • Mögliche Ergebnisse des NASA-Experiments:

1. Gruppen erzielen bessere Ergebnisse als Einzelpersonen

2. Große Gruppen arbeiten langsamer als Einzelpersonen

3. Es gibt Ausnahmen

Eine geschulte Rhetorik und nonverbale Kommunikationsstrategien führen zu besseren Ergebnissen. Kommunikationsmodelle erleichtern das Verstehen der Kommunikationsprozesse. Optimales Kommunizieren kann geübt werden. Dieses gelingt  im Team. Zur Verbesserung der Lesekompetenzen trägt die ÜF3A-Methode bei. Die Präsentation wird durch die Kenntnis von Visualisierungs- und Moderationstechniken optimiert.

Diskutieren Sie folgende Regeln, um produktive Gespräche zu führen:

1. Erhöhen Sie das Selbstwertgeflühls des Gesprächspartners (Auf der Beziehungsebene senden: "Du bist OK", den Partner so behandeln, als wäre er von höherem Status)

      Wie wird höherer Status kommuniziert?

      • Tieferes Eintreten in den Raum (nicht am Eingang stehen bleiben)
      • Zeitverzögertes Handeln
      • Intimsphäre beanspruchen
      • Nähe und Distanz aktiv regulieren
      • Statussymbole

2. Treten Sie ihm gegenüber freundlich auf (Lächeln, sanfte Stimme, gesprächsunterstützende Rückmeldungen).

3. Formulieren Sie Kritik  positiv  und heben Sie Positives hervor (immer zuerst das Positive).

4. Lassen Sie den Partner ausreden  und begrenzen Sie eigene Beiträge auf das Wesentliche .

5. Gehen Sie auf die Beiträge des Partners ein, statt Leerformeln zu gebrauchen

6. Diskutieren Sie zielorientiert, lassen Sie sich nicht ablenken.

7. Üben Sie konstruktive Kritik an genau bestimmten Punkten der Inhalte, statt destruktiver Rundumschläge gegen alles oder einzelne Personen.

8. Halten Sie Zwischenergebnisse fest.

9. Ersetzen Sie aggressive Du-Botschaften durch Ich-Botschaften .

10. Hören Sie aktiv zu: Feedback geben, sich in die Gedankenwelt des Partners eindenken.

11. Verwenden Sie Argumente statt Killerphrasen .

12. Achten Sie auf körpersprachliche Signale des Partners  und reagieren Sie gegebenenfalls darauf  / Hören Sie mit  vier Ohren

Killerphrasen: ersetzen Argumente und ein inhaltliches Beschäftigen mit neuen Gedanken. Sie zerstören das Klima einer offenen, freien Diskussion und des kreativen Denkens und versuchen eine Person auszugrenzen und mundtot zu machen. Anmerkung: Es gibt durchaus kommunikative Situationen, in welchen man Killerphrasen produktiv einsetzen kann, z.B. wenn man sich mit Leuten auseinandersetzt, die mit Pseudoargumenten arbeiten [Neonazis; Sektenanhänger, Leute, die nur Streit suchen]; aber man sollte sich immer überlegen, ob man sich tatsächlich in einer solchen Situation befindet. Killerphrasen sollten jedenfalls nur bewusst eingesetzt werden und nicht als normale Gesprächsstrategie praktiziert werden)

Beispiele für "Killerphrasen": Auch Sie werden nicht herumkommen einzusehen... Wie doch jeder hier weiß... In dieser Situation machst du das immer so...Ich habe Ihnen doch schon tausendmal gesagt...

Rückmeldungen (Feedback) geben: Bevor man auf eine Botschaft antwortet, meldet man dem Sender zurück, wie man dessen Botschaft verstanden hat: "Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann behaupten Sie, dass.. “   Viele Streits sind völlig unproduktiv, weil es eigentlich gar keinen Streitpunkt gibt. Man streitet gegen Phantomgegner, die man sich wechselseitig ausgedacht hat: Jede Botschaft eines Senders muss vom Empfänger interpretiert werden und deshalb kommt es zu Missverständnissen. Das ist normal und unvermeidlich. Wenn man in einer Diskussion nicht mehr weiterkommt oder den Eindruck hat, das der Partner gar nicht auf den eigenen Standpunkt eingeht, dann sollte man ihn zu einem Feedback auffordern: "Ich habe den Eindruck, dass wir aneinander vorbeireden. Würden Sie bitte versuchen, das, was Sie für meinen Standpunkt halten, mit Ihren eigenen Worten auszudrücken."

Defensive Ich-Botschaft statt aggressive Du-Botschaft: Bei einer Mitteilung sollte man immer auch die Selbstoffenbarungsebene beachten und sich die Beziehungsebene bewusst machen.

Selbst- offenbarung

Sachinhalt

Appell

Ich - Du- Botschaft

Beziehung

 

 

 

 

 

 

 

 

Vater zum Auszubildenden, nachdem dieser eine weniger gute Note aus der Berufsschule mitbrachte:

Du-Botschaft: "Ich will, dass du mehr lernst. Wenn man so dumm ist wie du, dann müsste man eigentlich den ganzen Tag nur noch lernen. So wirst du nie vom Betrieb übernommen. "

Ich-Botschaft: ”Ich mache mir Sorgen um deine Zukunft, Sohn. Was glaubst du, welche beruflichen Möglichkeiten dir dann noch offen stehen, wenn du weiter schlechte Noten nach Hause bringst? Ich bin deshalb der Meinung, dass du dich in der Berufsschule mehr anstrengen solltest." (siehe: Peter Härtling: Versuch des Vaters, mit dem Sohn zu reden)

Leerformel: Nichtssagende Floskeln, die bestimmte Aussagen umgehen und keine Position einnehmen, sondern das, was nicht umstritten ist, äußern: "Wenn alle mit anpacken, dann klappt das auch" (aber wer soll denn nun wie genau anpacken? ...)

Konstruktive Kritik: Das Gute an den Vorschlägen des “Gegners” soll hervorgehoben werden, sein Vorschlag dient als Diskussionsgrundlage. Durch die Arbeit am Vorschlag wird dieser näher bestimmt und praktischer. Deshalb wird man ihn nicht in Bausch und Bogen in den Boden stampfen, sondern ihn als ernsthaften Vorschlag überdenken und dann diejenigen Aspekte, mit welchen man nicht übereinstimmt, benennen und daran verdeutlichen, warum man mit dem Vorschlag des Partners noch nicht übereinstimmt. Konstruktive Kritik ist unvereinbar mit persönlichen Angriffen: Es ist der Sachinhalt einer Aussage, der analysiert und besprochen wird. Wenn der Gesprächspartner (dem man grundsätzlich unterstellt, dass er - ebenso wie man selbst - an einer wirklichen Lösung des Problems interessiert ist) nicht hundertprozentig mit uns übereinstimmt, dann unterstellen wir ihm keine Dummheit oder Gemeinheit, sondern wir bleiben sachlich und ziehen zumindest in Erwägung, dass wir selbst vielleicht tatsächlich nicht ganz allwissend sein könnten...